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 Reisebericht Route des Grandes Alpes

14. bis 23 August 2020

730 Kilometer, 17'000 Höhenmeter

 

 

Bericht ist in Bearbeitung . Hier die erste, zweite und dritte Etappe. Die Bilder können einzeln angeklickt werden, dann erscheint der Untertitel/Kommentar dazu.

Es folgen in den nächsten Tagen jeweils weitere Etappen.

 

Freitag. 14. August 2020    1. Etappe    Martigny – Crest Voland

 

Gesamtlänge:  103km  2'569 Höhenmeter             Fahrzeit:  5 h 00 min – 5 h 50 min

 

Die Gruppe vor dem Start in gespannter Erwartung

 

Am Freitagmorgen früh starteten wir zu unserem grossen Kundenevent «Route des Grandes Alpes» mit unserem Caddy in Oberwil und fuhren nach Martigny.

Hier trafen wir die drei Prologfahrer, die anderen Teilnehmer, Gianni und Chris von der Firma Bianchi Suisse. Die erste Nervosität legte sich beim offerierten Café und Gipfeli.

Um 09.30 starteten wir in Begleitung von Gianni und Chris zur Fahrt auf den Col de la Forclaz.

Warme Temperatur und Sonnenschein, jeder suchte seinen Rhythmus, lächelte Werner in die Kamera und freute sich über den schönen Blick auf Martigny hinunter.

 

Erster Halt auf dem Col de la Forclaz. Nach der Abfahrt der kurze Aufstieg zum Col des Montets, wieder bergab und schon näherten wir uns Chamonix. Hier kamen wir nicht drumherum einen Fotostopp zu machen, der Gipfel des imposanten Mont Blanc lag leicht im Nebel.

Auf einem schmalen Bergsträsschen, zum Teil in einem Wäldchen, fuhren wir weiter und wurden belohnt von einer wunderschönen kurvenreichen Abfahrt.

Hinauf nach Megève (Wintersportort) hatte es viel Verkehr, uns störte dies wenig und zügig erreichten wir die Abzweigung nach Crest Voland hinauf.

Unsere Begleitfahrzeuge vor dem Hotel

 

 

 

 

Der Einstieg in die Tour war gelungen, alle Teilnehmer zufrieden und im Hotel "Caprice des Neiges" liessen wir uns kulinarisch verwöhnen.


Samstag 15. August 2020    2. Etappe    Crest Voland – Chalet des Anges

 

Gesamtlänge:  84 km  2'350 Höhenmeter             Fahrzeit:  4 h 00 min – 4 h 45 min

Nach einen ausgewogenem, vielseitigen Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen, holten unsere Fahrräder aus dem Velokeller, kurze Reinigung und Kontrolle, Helm aufsetzen, noch rasch ein Erinnerungsfoto vom Panorama machen und losfahren den Weiden entlang zum Col des Saisies.

Auf der Passhöhe knipsten wir nur kurz ein Foto vom Pass-Schild, mehr gab der Ort nicht her.

Darum gleich weiter in die Abfahrt!

 

Dann begann der lange Aufstieg Richtung Cormet de Roselend, unserem höchsten Etappen Punkt.

Der erste Abschnitt verlief mehrheitlich im Wald, immer 7 – 8 % Steigung. Der nächste Abschnitt führte uns durch eine Schlucht und schliesslich zog die Strasse kurvenreich, und mit guter Aussicht auf das hinter uns liegende Tal, den Steilhang hinauf.

Den Zwischenpass, den Col de Méraillet, übersahen wir fast!, nicht aber das grossartige Panorama auf den Stausee, Barrage de Roselend, und die umliegenden Berge.

Der Cormet de Roselend ist nicht so ein bekannter bekannter Alpenpass, die Landschaft, der Weitblick oberhalb der Waldgrenze, die Zickzacksteigung vom See zur Passhöhe, haben uns aber extrem gut gefallen.

Der Roselend wird in punkto Schönheit, aber auch bezüglich Anforderungen an die Fahrer, von vielen gewaltig unterschätzt.

 

Nach dem Start alle noch fröhlich und munter
Nach dem Start alle noch fröhlich und munter


Die zirka 20 km lange Abfahrt und 1’000 Höhenmeter hinunter bestand für alle aus einem langen Geniessen. Es kann sein, dass die Rennräder von Hansjörg und Lukas bei der hohen Geschwindigkeit einen Schlag erwischten. Jedenfalls stand Hansjörg, bereits in der Nähe von Bourg-St-Maurice, am Strassenrand und behob seinen Platten am Velo. Wir schauten ihm zu, waren froh, dass es nicht uns traf mit dem Defekt und wollten wieder weiterfahren. «Oha, was ist das?, mir fehlt eine Speiche am Hinterrad», meldete sich Lukas plötzlich.

Da wir ja sowieso bald im Städtchen waren, wo das Serviceauto wartete, wagte Lukas die Weiterfahrt. Das war keine gute Idee, das verzogene Hinterrad streifte am Rahmen, Resulat Platter und zu Fuss bis zum Auto.

 

Nun begann ein langes Warten, denn das Ersatz-Hinterrad mit Scheibenbremse war im Auto der ersten Gruppe. in unserem Begleitfahrzeug waren die ersatzräder für Felgenbremse, Pech. Unsere Begleitfahrzeuge waren ersatzteilmässig sehr gut ausgerüstet, doch gewisse Sachen mussten wir aufteilen.

Was nun? Lukas fuhr in unserem Begleitauto mit Werner die letzten paar Kilometer bis zum Chalet des Anges, unserem Etappenziel.

 

Das Chalet des Anges liegt an der Steigung ca. 6km vor Val d’Isère. Es ist eine private Unterkunft und die Besitzerin kochte für uns ein Menu savoyard. Der gemischte Salat vorab mundete uns sehr, das Hauptgericht, ein Pastagratin und eine Art Bierwurst, sättigte zwar, doch ich fand es nichts Besonderes.

 

Nun, die meisten von uns schliefen gut, nur Werner und Toni klagten am Morgen über Kopfweh, denn ihnen fehlte wohl die Frischluft während der Nacht, denn ihr Zimmer hatte kein Fenster!

 

Nach einem mittelmässigen Frühstück, wir mussten mehrmals Brot und Milch nachbestellen, starteten wir zur 3. Etappe. Es war ausser Menton die teuerste Unterkunft auf unserer Reise, aber eigentlich nicht unbedingt weiter zu Empfehlen.

 


Sonntag 16. August 2020    3. Etappe   Chalet des Anges - Val d Isere- Col d'Iseran - Lacets de Montvernier - St. Jean de Maurienne

Gesamtlänge:  129 km  1'860 Höhenmeter             Fahrzeit:  5 h 00 min – 5 h 45 min


Lukas und ich starten ca. 10 min früher zur Tour, denn wir wollten uns von den stärkeren Fahrern nicht hetzen lassen. Auf den 10 km bis Val d’Isère mussten wir viele Baustellen und Tunnels passieren, dazu starker Verkehr, eher ein notwendiges Übel als ein schönes Erlebnis, fast hätten wir denschönen Blick nach Tignes und den Stausee übersehen!

Gut hatten alle Rücklichter dabei. Bei solchen Passagen ein absolutes muss!

Der Wintersportort Val d’Isère lag im Sommerschlaf. Also gleich ran an die Steigung zum berühmten Col de l’Isèran, dem höchsten Punkt der Route des Grandes Alpes, nur noch 930 Höhenmeter!

 

Die Steigung war moderat, der Ausblick in dieser Hochgebirgslandschaft imposant.

Auf der Passhöhe des Col de l’Iseran, auf 2'764 m, spürten wir den kühlen Wind und es war selbstverständlich, eine Windjacke, Helmmütze und z. T. Handschuhe anzuziehen.

Das Wichtigste waren natürlich die Fotos mit dem Passstein. Nun galt noch, sich zu verpflegen und einen Treffpunkt im Tal unten abzumachen.

 

Für die meisten von uns war der anstrengendste Teil der Etappe erreicht, kilometermässig (26,3 km) waren wir jedoch noch nirgends! Eine endlos lange Abfahrt bis Saint–Michel-de-Maurienne, ca. 70 km und 2'000 Höhenmeter, stand uns bevor.

Das ist das Geniale an den Pässefahrten, hast du den Aufstieg geschafft, wirst du mit einer coolen Abfahrt belohnt.

 

In Bonneval sur Arc zogen wir unsere wärmenden Kleider wieder ab und jede Gruppe rollte nun für sich weiter talabwärts. Bei leichtem Gegenwind fuhren wir Rad an Rad und lösten einander regelmässig ab, aber ich als einzige Frau verzichtete darauf lange zu führen und sparte so meine Kräfte!! Wir harmonierten sehr gut in der Gruppe und die Kilometer verflogen im Nu. Zwischendurch hielten wir still zur bereits obligaten Stärkungsspause. Im Restaurant gab es keine Sandwichs, wir durften uns aber welche in der Metzgerei nebenan holen und im Gartenrestaurant essen, selbstverständlich hielten wir uns an die Corona-Vorschriften und setzten konsequent die Schutzmaske auf, wenn wir ein Geschäft oder ein Restaurant, bzw. Terrasse betraten.

In St-Michelle-de-Maurienne zweigten wir nicht gleich zum nächsten Alpenpass, dem Col de Télégraphe ab, nein wir fuhren weiter durchs Städtchen St-Jean-de-Maurienne und bis Pontamafrey Montpascal, denn Markus wollte uns noch seinen Geheimtipp / Leckerbissen zeigen:

Les Lacets de Montvernier

Dieser atemberaubende Haarnadel-Aufstieg war 2015 zum ersten Mal Teil der Tour de France.

Les Lacets de Montvernier bedeutet übersetzt in etwa "die Schnürsenkel von Montvernier"

18 übereinander gestapelte Haarnadelkurven führen vom Tal über den insgesamt 3'400 m langen Anstieg.

17 dieser Kurven winden sich innerhalb einer Distanz von zweieinhalb Kilometern, was bedeutet, dass etwa alle 150 Meter ein Richtungswechsel von 180 Grad ansteht. Diese schmale und verkehrsarme Strasse scheint wie fürs Radfahren gemacht zu sein.

Dieser Aufstieg war ein absolutes Highlight! Das Dessert des Tages!